metronom zum Fahrkartenverkauf in Niedersachsen: „nur Fakten und konstruktive Gespräche helfen hier weiter“

„Mit einiger Verwunderung haben wir die neuen Meldungen zum Fahrkartenverkauf in Niedersachsen zur Kenntnis genommen. Vor allem das hohe Maß an falschen oder fehlenden Informationen - Stimmung statt Fakten - hat uns doch sehr irritiert.“ sagt Björn Pamperin, Pressesprecher des metronom, nach den erneuten Berichten zur Schließung von Reisezentren der Deutschen Bahn in Niedersachen.

Weiter sagt der Sprecher: „metronom sucht lieber das direkte Gespräch, um Probleme zu lösen, statt öffentlich Schuld zu verteilen. Wir haben viele, sehr gute und konstruktive Gespräche geführt, unter anderem mit dem Bürgermeister der Hansestadt Uelzen Jürgen Markwardt und den Mietern im Bahnhof Uelzen am 17.01.2019, der LNVG und auch mit den Bürgern und Fahrgästen. Zu einem solchen wichtigen Gespräch war die DB bisher nicht bereit, aber unsere Türen stehen jederzeit offen.“

metronom wird sich auch künftig an die Fakten halten und das direkte Gespräch über die besten Konzepte suchen.

Zur Aufklärung hat metronom die tatsächlichen Fakten zusammengestellt, welche die fehlenden oder fehlerhaften Informationen der letzten Tage aufgreift:

  1. Verpflichtung zum Verkauf von Fahrkarten

Laut dem seit 9.12.2018 gültigen Verkehrsvertrag hat metronom an 17 Standorten die Verpflichtung, Fahrkarten für den Nah- und Fernverkehr an einem Schalter zu verkaufen (sogenannter personenbedienter Verkauf). Ergänzend gibt es 5 Standorte, bei denen über den sogenannten fernbedienten Vertrieb der Kauf von Fahrkarten mit persönlicher Beratung sichergestellt ist. An diesen 5 Standorten gab es vor dem 9.12.2018 keine persönliche Beratung beim Fahrkartenverkauf.

Dabei steht es metronom frei, diesen Verkauf selbst – also mit eigenen Mitarbeitern – vorzunehmen oder einen fachlich geeigneten Dienstleister zu beauftragen. Die von der LNVG vorgegebene Regelung sichert dabei den zuverlässigen Verkauf an allen 22 Standorten für die nächsten 15 Jahre.

Die folgende Übersicht zeigt alle Standorte und in welcher Form der Verkauf organisiert ist:

Ort

Standort

Verkauf durch

Besonderheit

Bremen Hbf

DB Reisezentrum

DB Vertrieb

Ab Dez. 2022: Verkauf durch Regio-S-Bahn Bremen

Ottersberg

Bahnhof

metronom

Videoautomat

Rotenburg (Wümme)

bisheriges DB Reisezentrum

metronom Agentur

Scheeßel

Bahnhof

metronom

Videoautomat (im Aufbau)

Tostedt

Bahnhof

DB Vertrieb (Agentur)

Buchholz (Nordheide)

Bahnhofsgebäude

metronom Agentur

Hamburg-Harburg

DB Reisezentrum

DB Vertrieb

Hamburg Hbf

DB Reisezentrum

DB Vertrieb

Stelle

Bahnhof

DB Vertrieb

DB Videoreisezentrum

Winsen

Bahnhofsgebäude

metronom Agentur

Lüneburg

DB Reisezentrum

DB Vertrieb

Ab Dez. 2022: metronom Agentur

Bienenbüttel

Bahnhof

metronom

Videoautomat

Bad Bevensen

Bahnhofsgebäude

DB Vertrieb (Agentur)

Uelzen

Bahnhofsgebäude

metronom Agentur

Unterlüß

Bahnhof

metronom Agentur

Celle

DB Reisezentrum

DB Vertrieb

Ab Dez. 2020: metronom Agentur

Hannover Hbf.

DB Reisezentrum

DB Vertrieb

Ab Dez. 2020: Verkauf durch S-Bahn
Hannover

Elze (Han)

Bahnhof

DB Vertrieb (Agentur)

Alfeld

Bahnhof (wegen Umbau zunächst in Containerzwischenlösung)

metronom Agentur

Integriert in Mobilitäts- zentrale

Kreiensen

Bahnhof

DB Vertrieb (Agentur)

Nörten-Hardenberg

Bahnhof

metronom

Videoautomat (im Aufbau)

Göttingen

DB Reisezentrum

DB Vertrieb


Der Verkauf von Fahrkarten an einem Schalter ist in jedem Fall ein Zuschussgeschäft, stellt metronom klar. Da dieser Service für viele Fahrgäste aber sehr wichtig ist, engagiert sich metronom gerne dafür und auch über die Anforderungen des Verkehrsvertrages hinaus. Ein solcher Service erzeugt hohe Kosten, welche durch die sehr geringen Erlöse, z.B. aus Provisionen, nicht gedeckt werden. Vor diesem Hintergrund muss metronom also versuchen, die Kosten möglichst gering zu halten und trotzdem einen gewohnt guten Service zu bieten.

Am Beispiel von Uelzen lässt sich dies sehr anschaulich erklären: das Angebot von DB Vertrieb, diesen Service für metronom im ehemaligen Reisezentrum vollständig zu übernehmen, lag deutlich über dem Angebot von ServiceStore DB oder einem anderen Agentur-Dienstleister. Im Verlauf der Verhandlungen wollte metronom die Räume des ehemaligen Reisezentrums von dem Eigentümer, der DB AG, mieten und den Verkauf selbst durchführen – allein die Mietkosten lagen hier auf dem Niveau eines Ladengeschäftes in 1A-Lage in Berlin Mitte. „Das ist auch für metronom wirtschaftlich nicht machbar“, sagt Björn Pamperin, „eine günstigere Miete oder die gemeinsame Nutzung der Räume mit anderen Interessenten kam für die DB nicht in Frage“.

Am Ende hat DB ihren eigenen Franchisenehmer „ServiceStore DB“ selbst als möglichen Dienstleister ins Spiel gebracht, der bereits an vielen Standorten bundesweit personenbedienten Fahrkartenverkauf im Nah- und Fernverkehr leistet, auch im Auftrag der DB Vertrieb.

Grundsätzlich ist metronom der Überzeugung, dass ein guter Fahrkartenverkauf nicht von einer großen und teuren Fläche abhängt. Hier hat sich das Leben weiter entwickelt und es gibt gute und sehr sinnvolle Kombinationen, z.B. mit einem ServiceStore.

Neben dem Verkauf am Schalter betreibt metronom in seinem Streckennetz mehr als 100 Fahrkarten- und Video-Automaten, um den Fahrkartenverkauf flächendeckend in ganz Niedersachsen sicherzustellen.

  1. Schließung (weiterer) DB Reisezentren
    Dass in verschiedenen Bahnhöfen die Reisezentren der DB geschlossen werden, ist alleinige Entscheidung der DB. Sie hat nichts damit zu tun, ob und wie metronom den Verkauf von Fahrkarten organisiert. Ob und wo die Deutsche Bahn auf den Verkauf von Fernverkehrsfahrkarten in ihren Reisezentren verzichtet, ist die unternehmerische Entscheidung der DB.

    metronom engagiert sich jedoch aktiv für die sinnvolle Weiterentwicklung großer Flächen in Bahnhöfen. Die Idee einer Mobilitätszentrale, wie z.B. in Uelzen, ist unter anderem in den o.g. Gesprächen gemeinsam entwickelt worden und ist aus Sicht von metronom eine sehr moderne, zeitgemäße Entwicklung. Hier wird sich metronom auch künftig engagieren und zusammen mit den Gemeinden, den Eigentümern der Bahnhöfe und interessierten Partnern zukunftsfähige Konzepte entwickeln. Seine neue Agentur in Alfeld hat metronom bereits jetzt direkt in direkter Nachbarschaft der dortigen Mobilitätszentrale angesiedelt und wird nach dem Umbau des Bahnhofsgebäudes Alfelds dort sogar in gemeinsame Räume ziehen.

Das Reisezentrum in Rotenburg wird ebenfalls nicht geschlossen. Hier übernimmt metronom die Räumlichkeiten und führt den Verkauf von Fahrkarten im Rahmen einer metronom Agentur fort.

Für die Standorte Lüneburg und Celle stehen die Gespräche ganz am Anfang. Auch hier gilt es, eine wirtschaftlich, organisatorisch und fachlich sinnvolle Lösung zu finden. Das Angebot für die Fahrgäste wird in jedem Fall gleich bleiben – alle Fahrkarten des Nah- und Fernverkehrs können auch zukünftig im persönlichen Verkauf erworben werden.

Übersicht: Unterschied DB Reisezentrum ./. metronom Agentur-Lösung:

Art der Fahrkarte/Beratung (Beispiele)

metronom Agentur mit DB-Agenturlizenz

DB Reisezentrum

kostenlose Fahrplanauskünfte

ja

ja

kostenlose Tarifinformationen

ja

ja

Einzelfahrkarten Nahverkehr

ja

ja

Einzelfahrkarten Fernverkehr

ja

ja

Hin- und Rückfahrkarten Nahverkehr

ja

ja

Hin- und Rückfahrkarten Fernverkehr

ja

ja

Ländertickets

ja

ja

Schönes-Wochenende-Tickets

ja

ja

Quer-durch's-Land-Tickets

ja

ja

Wochen-/Monatskarten Nahverkehr

ja

ja

Wochen-/Monatskarten Fernverkehr

ja

ja

Abo-Anträge Nahverkehr

ja

ja

Abo-Anträge Fernverkehr

ja

ja

Sparpreise Fernverkehr

ja

ja

BahnCard 25

ja

ja

BahnCard 50

ja

ja

BahnCard 100

ja

ja

Gruppenfahrkarten

ja

ja

Fahrradtageskarten Nahverkehr

ja

ja

Fahrradkarten Fernverkehr

ja

ja

Reservierungen Fernverkehr

ja

ja

Auslandsverbindungen

ja

ja

Fahrkarten Eurostar

ja

ja

Fahrkarten Thalys

ja

ja

ÖBB Nachtzüge

ja

ja

Ameropa

nein

ja

DB-Mitarbeiterfahrkarten

nein

ja

Bahntix

nein

ja

Interrail

ja

ja

Agenturen bieten Ihren Kunden ein umfassendes Fahrkartensortiment mit entsprechender Beratung und weisen somit keine relevanten Unterschiede zum Format „DB Reisezentrum“ auf. Sie stellen daher seit vielen Jahren ein bewährtes Verkaufsformat dar.

metronom ist sehr bewusst, dass sich an einigen Bahnhöfen bisher gewohnte Situationen ändern. Das gefällt nicht jedem. Aber so ist es nun einmal: Wenn sich altbekannte Strukturen ändern, entsteht erst einmal Unsicherheit. „Wir verstehen den Wunsch vieler Fahrgäste, dass alles beim Alten bleibt. Aber eine gute Beratung und der Verkauf von Fahrkarten hat zunächst nichts mit einer großen Fläche oder großen Verkaufsräumen zu tun. Dafür braucht es Fachwissen und Kundenorientierung. Mit dem neuen Verkehrsvertrag haben sich für metronom die Anforderungen und Rahmenbedingungen stark verändert. Das gilt auch für den Verkauf von Fahrkarten. Dafür wurden neue, gute Konzepte entwickelt und umgesetzt.“ erklärt Pamperin

Eine positive Entwicklung erwartet metronom auch in Uelzen. Alle Maßnahmen, welche für einen guten und reibungslosen Verkauf der Fahrkarten im ServiceStore DB notwendig sind, werden von Valora in den nächsten Wochen umgesetzt bzw. wurden bereits erfolgreich eingeführt. Dazu gehören zusätzliche, geschulte Mitarbeiter, eine bessere Ausschilderung und Wegeleitung oder das regelmäßige Coaching.

Abschließend richtet sich Pamperin direkt an alle Beteiligten und Interessierten zu dem Thema: „Bitte geben Sie den Fahrgästen, Mitarbeitern und Kunden Zeit, sich an die neuen Konzepte zu gewöhnen. Es wird hier niemandem etwas weggenommen, wir versuchen jedoch den Verkauf von Fahrkarten sinnvoll weiterzuentwickeln. Wenn es irgendwo nicht läuft, sprechen Sie uns bitte direkt an. Für die Entwicklung moderner Service- und Mobilitätsangebote in den Bahnhöfen werden wir uns auch weiterhin in ganz Niedersachen engagieren. Hierfür sprechen wir aber zunächst direkt mit den Gemeinden, Bahnhofseigentümern und Partnern.“


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